Konsens über die Zusammenarbeit des anti-rassistischen Koordinierungskreises:
Wir lehnen individuellen und strukturellen Rassismus und jegliche andere Formen von Diskriminierung konsequent ab. Wir wehren uns gegen die Unterscheidung zwischen wirtschaftlich nützlicher und vermeintlich nutzloser Einwanderung. Fluchtursachen müssen bekämpft werden. Aber wer flüchten muss, muss auf sicherem Wege hierher kommen können und muss auf eine echte Willkommenskultur treffen.
Der Koordinierungskreis soll Aktion und Reaktion auf unterschiedlichen Wegen ermöglichen, also sowohl anti-rassistische Präventions- und Bildungsarbeit und gelebte Willkommenskultur als auch gemeinsame Reaktionen auf Formen von strukturellem Rassismus, auf rechte Strukturen, Demonstrationen und Kundgebungen in der Region.
Der Emailverteiler dient einerseits der Streuung von bereits bestehenden Bildungs- und Präventionsangeboten, um eine inhaltliche Vernetzung der unterschiedlichen Akteur_innen in der Region zu ermöglichen. Andererseits soll darüber auch kurzfristig für Aktionen und Veranstaltungen mobilisiert werden können. Alle im Verteiler befindlichen Organisationen und Personen erklären sich damit einverstanden, dass sie nur die Angebote weiterleiten, die für sie relevant sind und dass sie alle anderen Informationen mit der nötigen Verschwiegenheit behandeln. Der Koordinierungskreis möchte sich aber auch als solcher in den öffentlichen Diskurs einbringen und eigne öffentlichkeitswirksame Aktionen und Veranstaltungen organisieren. Zur Planung der selbigen dienen die Treffen des Koordinierungskreises und eine mögliche stärkere Vorbereitung und Planung in organisationsübergreifenden Arbeitskreisen.
Als antirassistisches Bündnis stehen wir für eine freie und emanzipatorische Gesellschaft. Rückwärtsgewandte Kräfte dagegen schränken individuelle Freiheiten ein. Die Mitwirkung von Menschen, die reaktionären Ideologien anhängen, sowie die Zusammenarbeit mit solchen Gruppen schließt sich daher konsequenterweise aus. Als reaktionär stufen wir ein: Rechtsradikalismus, Faschismus, Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Rechtspopulismus, Sozialchauvinismus, Sexismus und andere Diskriminierungen in Bezug auf Geschlecht oder sexueller Orientierung und aufgrund kognitiver oder körperlicher Fähigkeiten oder anderen Abweichungen von der vermeintlichen Norm. Anti-emanzipatorischen Tendenzen treten wir entgegen. Bewusste Verschwörungsideolog_innen verhindern eine sachliche Auseinandersetzung mit Problemen, schaden der Suche nach echten Lösungen und bedienen meist strukturell rassistische Argumentationsmuster. Deswegen schließt sich auch eine Zusammenarbeit mit solchen Kräften sowie mit Kräften, die die Zusammenarbeit mit ihnen offensiv suchen, aus.